Verfahren zur Verarbeitung von Sojabohnen
Sojabohnen sind aufgrund ihrer Zusammensetzung besonders wertvoll für die Tierernährung. Sie enthalten 18–20 % Fett als Energiequelle sowie 35–38 % Protein. Gleichzeitig weisen rohe Sojabohnen jedoch zahlreiche antinutritive Faktoren auf, die eine optimale Verwertung durch die verschiedenen Verdauungssysteme verhindern.
Dazu zählen unter anderem Trypsin-Inhibitoren, Lektine (Hämagglutinine) sowie allergene Faktoren, die insbesondere bei Kälbern negative Effekte haben können.
Um das volle ernährungsphysiologische Potenzial der Sojabohne zu nutzen, stellt die Extrusion das effektivste Behandlungsverfahren dar.
Vorteile der Extrusion von Sojabohnen
Durch die Extrusion wird die Nährstoffverfügbarkeit im Vergleich zur rohen Sojabohne deutlich verbessert:
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+11 % Proteinverdaulichkeit
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+14 % Lysinverdaulichkeit
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+11 % Methioninverdaulichkeit
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+5 % Cystinverdaulichkeit
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Reduktion unverdaulicher Rohproteine
Gleichzeitig werden antinutritive und allergene Substanzen wirksam reduziert.
Technische Studie – Teilentölung der extrudierten Sojabohne
Um ein Futtermittel mit moderatem Energiegehalt zu erhalten und die Rationsberechnung zu erleichtern, ist eine partielle Entölung der extrudierten Sojabohnen sinnvoll.
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Fettgehalt sinkt von ca. 20 % auf rund 5,4 % im Sojakuchen
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Gewinnung eines hochwertigen Nebenprodukts: Sojaöl
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Erhöhung des Proteingehalts im Presskuchen
Das klassische Verfahren besteht aus zwei Prozessstufen (Extrusion + Pressung).
Eine weiterentwickelte Lösung sieht die Integration einer speziellen Ölrückgewinnungskammer im Extruder vor, wodurch der Fettgehalt bereits am Extruderausgang um 1–2 % gesenkt wird. Dies erleichtert die nachfolgende Pressung erheblich.
Trockene Extrusion
Die Trockene Extrusion erhitzt die Sojabohnen auf etwa 150 °C über einen sehr kurzen Zeitraum von wenigen Sekunden. Die Wärme entsteht durch mechanische Scher- und Reibungskräfte im Extruder.
Im Extruder verbleibt das natürliche Wasser der Bohnen aufgrund des hohen Drucks flüssig. Beim Austritt durch die Matrize kommt es zu:
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Sofortiger Wasserverdampfung → Endfeuchte ca. 6 %
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Zerstörung der ölhaltigen Zellstrukturen, ideal für die Pressung
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Schneller Abkühlung, wodurch unerwünschte Bräunungsreaktionen gestoppt werden
Mechanische Pressung
Die Kombination aus Extrusion und mechanischer Pressung erzielt deutlich bessere Ergebnisse als klassische Verfahren wie Walzen, Kochen und Pressen:
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Zellen sind vollständig aufgeschlossen → Öl ist frei verfügbar
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Höherer Ölertrag und Presskuchen-Ertrag
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Höherer Durchsatz der Presse
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Geringerer Verschleiß der Anlagen
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Presskuchen enthalten im Durchschnitt 1,3 % weniger Restöl
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Reduzierte Verluste (Freinte)
Die Extrusion wirkt dabei als optimaler Vorbereitungsprozess für die Pressung.
Seit 1986 entwickelt und vertreibt SETREM weltweit komplette Pilotanlagen. Die Einwellenextruder sind optimal auf sämtliche Anforderungen der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie abgestimmt.